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Die sozialdemokratische Bewegung in Kusel

Die ersten Schritte

Die sozialdemokratische Bewegung hat in Kusel eine beachtliche Tradition, wenngleich sie nicht auf eine ganz so lange Entwicklungsgeschichte zurückblicken kann wie andernorts.

Nachdem der Parteitag der pfälzischen Sozialdemokraten im Jahre 1893 eine Ausweitung der Organisationsstruktur beschlossen hatte, wurde am 18. Juli 1897 in Altenglan der Sozialdemokratische Wahlverein Altenglan und Umgegend gegründet, dessen erste Versammlung wenig später in der Gastwirtschaft Schardt (heute Ristorante Nino, Ziegelhütte) abgehalten wurde.

In der Folgezeit entwickelten sich Kusel und Altenglan zu den sozial-demokratischen Zentren in der Region, was dazu führte, dass am 20. September 1902 der Sozialdemokratische Verein Kusel entstand.
Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte sich die Sozialdemokratie im Kuseler Umland soweit etabliert, dass beachtliche Erfolge bei Reichs- und Landtagswahlen errungen werden konnten.

Weimarer Zeit und Nationalsozialismus

In der von Not und Inflation geprägten Nachkriegszeit gewann die SPD großen Zuspruch auch in Kusel. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung 1919 erhielt sie in den beiden Kuseler Wahllokalen nur 30 Stimmen weniger als alle bürgerlichen Parteien zusammen.

Auf kommunaler Ebene jedoch schnitten die Sozialdemokraten in der Folgezeit bedeutend schlechter ab. Auch die von der SPD geforderte Loslösung der Pfalz von Bayern fand in Kusel keine Mehrheit.

1923 wurde der Sozialdemokrat Ludwig Knapp der erste Berufsbürgermeister der Stadt Kusel, musste aber bereits 1924 zurücktreten.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 leitete eine Entwicklung der gesamtgesellschaftlichen Gleichschaltung ein, die schließlich mit Verfolgung und Verbot der übrigen Parteien einherging. Eine offene politische Betätigung für die SPD war daher auch in Kusel nicht mehr möglich.

SPD Ortsverein Kusel seit 1946

Anfang 1946 erlaubte die französische Besatzungsmacht die Gründung politischer Parteien. Seitdem stehen Kuseler Sozialdemokraten wieder aktiv für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger unserer Heimatstadt ein. Gegenwärtig bietet der Ortsverein mehr als 160 Mitgliedern eine politische Heimat.

Seit über drei Jahrzehnten genießen wir das ungebrochene Vertrauen der Wählerinnen und Wähler in unsere Kandidaten für das Amt des Stadtbürgermeisters und den Stadtrat von Kusel. Zusammen mit unserer Tradition verpflichtet uns dies, gemeinsam mit Ihnen auch weiterhin Gegenwart und Zukunft unserer schönen Stadt erfolgreich zu gestalten.


Quellen:

Ernst Schworm: Kusel – Geschichte der Stadt, Kusel 1987
Hans Kirsch: …für Freiheit, Gleichheit und Recht – Die Anfänge der Sozialdemokratie im Kuseler Land, Kusel 1991

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